Vergleich Astro und WordPress für statische Webseiten - hell-dunkles Cover mit Text

Ist Astro besser als WordPress für (nahezu) statische Webseiten?

Von Johannes Lenkeit - 4. Juni 2026

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Für überwiegend statische Webseiten - Praxen, Handwerksbetriebe, Freelancer, KMU-Visitenkarten, Landingpages - ist Astro in der Regel die bessere Wahl: schneller, sicherer, wartungsärmer und im Betrieb günstiger. WordPress spielt seine Stärken erst aus, wenn du täglich Inhalte ohne Entwickler einpflegst, viele Autoren hast oder einen komplexen Shop brauchst.

Aber fangen wir von vorne an.


Was heißt eigentlich “statisch”?

Die meisten Unternehmenswebseiten ändern sich selten. Du bist Zahnärztin in Berlin-Mitte. Deine Seite zeigt: Leistungen, Team, Öffnungszeiten, Kontakt. Vielleicht noch einen Blog, den du alle paar Wochen bestückst. Das war’s.

WordPress behandelt jede dieser Seiten trotzdem wie eine dynamische Anfrage: PHP läuft auf dem Server, die Datenbank wird abgefragt, das Ergebnis zusammengebaut, ausgeliefert. Jedes Mal. Für jede Anfrage. Auch wenn sich seit Wochen nichts geändert hat.

Astro dreht das um. Beim Build werden alle Seiten einmal als fertiges HTML erzeugt. Was auf dem Server liegt, ist eine Sammlung statischer Dateien. Kein PHP, keine Datenbank, kein Zusammenbauen im laufenden Betrieb. Du klickst, sie lädt.

Das hat Konsequenzen - und die sind nicht klein.


Geschwindigkeit: Lighthouse 96 statt 55

Eine typische WordPress-Seite mit vernünftigem Hosting, aktuellem Theme und ein paar Plugins landet im Lighthouse-Speedtest irgendwo um die 45 bis 65 Punkte. Manchmal mehr, wenn jemand Zeit in Caching, CDN und Bildoptimierung gesteckt hat - aber das ist Arbeit, die bezahlt werden will.

Eine Astro-Seite? 96+. Routinemäßig, ohne Tuning-Marathon.

WordPress braucht allein für die PHP-Ausführung und Datenbankabfrage schon 200 bis 800 Millisekunden, bevor der Browser auch nur die erste Zeile HTML sieht. Astro liefert die fertige Datei direkt aus - die Time-to-First-Byte liegt dabei als Richtwert oft unter 100 Millisekunden auf einem ordentlichen Hosting. Kein “Initialisiere Service Worker”, kein JavaScript-Bundle das erst geladen und ausgeführt werden muss.

Warum das wichtig ist: Google nutzt Ladegeschwindigkeit als Rankingfaktor. Und deine Besucher merken es. Ein Lighthouse-Score von 96 ist kein Selbstzweck - er spiegelt eine Seite, die sich schnell anfühlt.

Wenn du wissen willst, was Astro konkret an Ladezeit bringt: Wie schnell ist Astro?


Sicherheit: Was nicht läuft, kann nicht gehackt werden

WordPress ist das beliebteste Angriffsziel für automatisierte Hacks im Web - nicht weil es besonders schlecht ist, sondern weil es so weit verbreitet ist. Millionen schlecht gewarteter Installationen, veraltete Plugins, bekannte Schwachstellen. Lohnenswertes Ziel für Bots.

Das Angriffsmuster ist dabei fast immer dasselbe: veraltete Plugin-Version, bekannte Lücke, Schadcode eingeschleust, deine Seite baut Spam-Links für Pharmaseiten. Du merkst es erst, wenn Google dich aus dem Index wirft.

Astro hat diese Angriffsfläche nicht. Was auf dem Server liegt, sind HTML-Dateien. Keine Datenbank, die per SQL-Injection angegriffen werden kann. Kein PHP-Interpreter, der Schadcode ausführen könnte. Kein Plugin-Ökosystem mit bekannten Lücken.

Das ist kein Marketing-Versprechen. Es ist ein Strukturmerkmal: weniger laufende Software bedeutet weniger Angriffsfläche.


Wartung: Kein Update-Marathon

WordPress verlangt nach dir. Nicht laut, nicht dramatisch - aber regelmäßig.

Heute ein Plugin-Update. Morgen ein Theme-Update das mit einem anderen Plugin nicht mehr verträglich ist. Übermorgen eine Sicherheitslücke im Core, die gepatcht werden muss. Einmal im Quartal: Backup prüfen, PHP-Version checken, Kompatibilitätsprobleme debuggen.

Wenn du das vernachlässigst, ist es nur eine Frage der Zeit.

Astro braucht das nicht von dir. Du baust die Seite, deployest sie - und dann läuft sie. Wenn sich Inhalte ändern, machst du einen neuen Build und deployest neu. Das dauert unter zwei Minuten. Der Rest der Zeit läuft die Seite einfach.


Hosting-Kosten: Statische Dateien sind günstig

WordPress braucht PHP-Hosting. Der Server muss jede Anfrage verarbeiten - bei tausend gleichzeitigen Besuchern wird das teuer oder langsam oder beides.

Astro-Seiten liegen als statische Dateien auf einem CDN - einem globalen Netzwerk, das die Seite vom nächstgelegenen Rechenzentrum ausliefert. Zehn Besucher oder zehntausend: technisch kein Unterschied.

Cloudflare Pages, Netlify und ähnliche Anbieter haben Grundversionen, die für die meisten Unternehmenswebseiten kostenlos ausreichen. Was eine Astro-Website tatsächlich kostet, hab ich separat aufgeschrieben: Was kostet eine Astro-Website?


Wann WordPress trotzdem sinnvoll bleibt

Ich würde lügen, wenn ich sage Astro ist immer richtig. Ehrlichkeit ist mir wichtiger als Hype.

WordPress macht Sinn, wenn:

  • Du täglich oder mehrmals pro Woche neue Beiträge schreibst und das direkt im Browser tun willst, ohne einen Build-Prozess anzustoßen. Der WordPress-Editor ist komfortabel - das stimmt.
  • Du fünf oder mehr Autoren hast, die parallel Inhalte einpflegen. WordPress hat ein ausgereiftes Benutzer- und Rollensystem.
  • Du einen Online-Shop mit komplexer Lagerverwaltung, Rabatten und Kundenprofilen brauchst. WooCommerce ist erprobt und hat ein riesiges Ökosystem.
  • Du ein bestehendes WordPress-Setup hast, das stabil läuft, und kein Budget für eine Migration. Wenn’s nicht brennt, muss man nicht löschen.

Für diese Fälle erkenne ich WordPress als pragmatischere Wahl an.


Das Fazit: Abwägung statt Glaubenskrieg

Für die meisten Unternehmenswebseiten - Freelancer, Kanzleien, Praxen, kleine bis mittelgroße Betriebe, die eine schnelle und pflegeleichte Webpräsenz wollen - ist Astro die bessere Wahl. Schneller, sicherer, günstiger im Betrieb, mit deutlich weniger Wartungsaufwand.

WordPress ist dann sinnvoll, wenn du das Ökosystem wirklich brauchst: tägliche Redaktion ohne Entwickler, viele Autoren, komplexen Shop.

Das ist kein Glaubenskrieg. Das sind Abwägungen.

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Mehr zu den Gründen, warum ich persönlich auf Astro umgestiegen bin: 10 Gründe für Astro

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