Warum Astro statt WordPress - Artikel-Cover auf dunkelblauem Grund mit weissem Titel

Warum Astro statt WordPress?

Von Johannes Lenkeit - 30. April 2026

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Meine WordPress-Seite hatte 47 Plugins. Drei davon habe ich nie installiert. Ich habe bis heute keine Ahnung, wie die dort hingekommen sind.

Das ist kein Einzelfall. Das ist WordPress.

Du kennst das vielleicht: Du startest eine neue Webseite, alles läuft prima - und irgendwann merkst du, dass du mehr Zeit mit Plugin-Updates verbringst als mit dem, wofür du die Seite eigentlich gebaut hast. Sicherheitslücken, inkompatible Versionen, ein Theme das plötzlich streikt, weil ein Update von vor drei Wochen etwas kaputt gemacht hat.

Ich habe das lange mitgemacht. Dann habe ich auf Astro gewechselt. Diese Seite hier läuft auf Astro. Und ich werde dir jetzt erklären, warum ich nie zurück will.


Performance: Zahlen statt Versprechen

Lass mich konkret werden.

Eine typische WordPress-Seite mit ein paar Plugins, einem aktuellen Theme und einem vernünftigen Hosting landet im Lighthouse-Speedtest irgendwo zwischen 40 und 65. Manchmal höher, wenn jemand viel Arbeit in Caching, Bildkompression und CDN gesteckt hat - aber das kostet Zeit und Geld, und die meisten Seiten sehen eben nicht so aus.

Eine Astro-Seite? 96+. Routinemäßig. Ohne Tuning-Marathon.

Der Grund ist simpel: Astro baut statisches HTML. Kein PHP, das auf dem Server läuft. Kein JavaScript-Bundle, das der Browser erst herunterladen und ausführen muss, bevor irgendetwas auf dem Bildschirm erscheint. Kein “Initialisiere Service Worker”, kein Glitzer-Spinner beim ersten Aufruf. Du klickst, sie lädt.

Die Time-to-First-Byte - also die Zeit, bis der Browser das erste Byte deiner Seite bekommt - liegt bei Astro-Seiten auf einem guten Hosting oft unter 100 Millisekunden. WordPress braucht allein für die PHP-Ausführung schon 200 bis 800 Millisekunden, bevor auch nur eine Zeile HTML rausgeht.

Das ist kein Marketing-Versprechen. Das ist Physik.


DSGVO: Weniger Bauchschmerzen

Hier ist eine unbequeme Wahrheit über WordPress: Es ist schwer, es DSGVO-konform zu betreiben, ohne ständig aufzupassen.

Google Fonts werden oft automatisch nachgeladen - direkt von Googles Servern. Das heißt: IP-Adressen deiner Besucher landen bei Google, ohne dass du es explizit eingerichtet hast. Tracking-Pixel schleichen sich über Plugins ein. Formular-Dienste transferieren Daten in die USA. Nicht weil jemand böswillig ist - sondern weil das WordPress-Ökosystem über Jahrzehnte gewachsen ist, ohne DSGVO im Hinterkopf.

Ich betreibe Astro-Seiten mit:

  • Self-hosted Fonts - die Schriftdateien liegen auf demselben Server wie die Seite, kein Request zu Google
  • Kein automatisches Tracking - kein Tag, das ich nicht bewusst eingebaut habe
  • Server in Deutschland oder der EU - kein AWS-Datacenter in Virginia

Das bedeutet nicht, dass Astro automatisch rechtskonform ist. Du kannst auch in Astro schlechte Entscheidungen treffen. Aber der Ausgangszustand ist sauberer. Du fängst mit einem weißen Blatt an statt mit einer langen Liste von Dingen, die du deaktivieren musst.

Cookie-Banner brauchst du übrigens nur, wenn du tatsächlich Cookies setzt oder externe Dienste einbindest. Eine einfache Astro-Seite ohne Analytics? Kein Banner nötig. Ich weiß, das klingt fast schon utopisch im Jahr 2026.


Wartung: Der große Unterschied im Alltag

WordPress verlangt nach dir.

Nicht laut, nicht dramatisch - aber regelmäßig. Heute ein Plugin-Update. Morgen ein Theme-Update. Übermorgen ein WordPress-Core-Update, das mit einem deiner Plugins nicht kompatibel ist. Einmal im Quartal eine Sicherheitslücke, die gepatcht werden muss, bevor jemand deine Seite hackt und Spam-Links einbaut.

Wenn du das vernachlässigst, passiert früher oder später etwas Unangenehmes. WordPress-Seiten sind das beliebteste Angriffsziel für automatisierte Hacks - nicht weil WordPress besonders schlecht ist, sondern weil es so weit verbreitet ist. Millionen schlecht gewarteter Installationen sind ein lohnenswertes Ziel.

Astro braucht das nicht von dir.

Du baust die Seite, du lässt sie bauen (ein Build-Prozess, der HTML-Dateien erzeugt), und du deployest. Fertig. Was auf dem Server liegt, sind statische Dateien. Kein Angriffspunkt für Datenbankinjections, keine veralteten PHP-Versionen, keine Plugin-Kompatibilitätsprobleme. Die Seite läuft einfach - Monate, Jahre, ohne dass du auch nur einmal hineinschaust.

Wenn sich Inhalte ändern, machst du einen neuen Build und deployest neu. Das dauert meistens unter zwei Minuten.


Skalierung: Static Hosting ist günstig und schnell

Deine WordPress-Seite läuft auf einem PHP-Server. Der muss jede Anfrage verarbeiten. Bei zehn Besuchern pro Tag: kein Problem. Bei tausend gleichzeitigen Besuchern nach einem viralen Post: Schweißausbrüche.

Astro-Seiten liegen als statische Dateien auf einem CDN - einem globalen Netzwerk aus Servern, die deine Seite aus dem jeweils nächstgelegenen Rechenzentrum ausliefern. Zehn Besucher, zehntausend Besucher: technisch kein Unterschied. Die Datei liegt auf einem Server nah am Nutzer, der liefert sie aus. Fertig.

Hosting für statische Seiten ist außerdem günstig. Cloudflare Pages, Netlify, GitHub Pages - das gibt es alles kostenlos in Grundversionen, die für die meisten Unternehmenswebseiten vollkommen ausreichen. Für ein paar Euro pro Monat bekommst du Custom-Domain, Analytics und automatische Builds.

Ein vergleichbares WordPress-Setup kostet dich mehr - und bietet weniger Performance.


Aber Spaß beiseite: Wann ist WordPress die bessere Wahl?

Ich würde lügen, wenn ich sage, Astro ist immer richtig. Es gibt Situationen, in denen WordPress sinnvoll ist oder bleibt:

Du schreibst täglich Blogposts und willst das direkt im Browser tun, ohne erst einen Build-Prozess anzustoßen? WordPress ist komfortabler. Du hast fünf Autoren, die alle gleichzeitig Inhalte einpflegen? WordPress hat ein ausgewachsenes Benutzer- und Rollensystem. Du brauchst einen Online-Shop mit komplexer Lagerverwaltung, Rabatten und Kundenprofilen? WooCommerce ist ausgereift und erprobt.

Für diese Fälle ist WordPress oft die pragmatischere Entscheidung. Das erkenne ich gerne an.

Für die meisten Unternehmenswebseiten - Freelancer, Agenturen, kleine bis mittelgroße Unternehmen, die eine schnelle, sichere und pflegeleichte Webpräsenz wollen - ist Astro die bessere Wahl. Schneller, sicherer, günstiger im Betrieb, DSGVO-freundlicher.

Das ist kein Glaubenskrieg. Das sind Abwägungen.


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